Geographie Norwegen

Norwegen liegt im Norden Europas und erstreckt sich über eine Fläche von 385.207 km² mit 25.148 km Küstenlänge. Die Küste ist stark zerklüftet und bekannt für ihre mehr als 1.000 Fjorde, die tief ins Landesinnere reichen. Zu den bekanntesten zählen der Geirangerfjord und der Sognefjord, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Diese entstanden durch die Gletscherbewegungen der letzten Eiszeit.
Die Küstenlinie ist eine der längsten der Welt inklusive der Lofoten und Vesterålen, die für ihre dramatische Bergformationen und malerischen Fischerdörfern bekannt sind. Im hohen Norden liegt die Finnmark, eine Region mit arktischem Klima und endlosen Tundralandschaften.
Das Landesinnere wird von den Skanden, einem Gebirgszug mit Gipfeln über 2.000 Metern, dominiert. Zahlreiche Gletscher wie der Jostedalsbreen prägen die Landschaft ebenso wie unzählige Seen und Flüsse.
Geschichte Norwegens

Wikingerzeit (ca. 800-1050 n. Chr.)
Die Wikingerzeit ist eine der bekanntesten Epochen Norwegens. In dieser Zeit war das Land ein wohlorganisierter Staat mit starken Handelskontakten. Norwegische Wikinger besiedelten Island ab 874 und später Grönland unter Erik dem Roten. Sein Sohn Leif Eriksson erreichte sogar die Küste Nordamerikas bei Neufundland und gab dem Land den Namen Vinland und das lange bevor Kolumbus die Neue Welt entdeckte. Unter Harald Schönhaar erfolgte die erste Reichssammlung und Olav der Heilige christianisierte das Land und führte das Feudalsystem ein. Seine Grabstätte in Nidaros wurde zur bedeutendsten Wallfahrtsstätte des Nordens.
Mittelalter und Blütezeit
Das Mittelalter brachte Norwegen unter Håkon IV. Håkonson (1217–1263) eine kulturelle Blüte. Kunst und Literatur hielten Einzug und das Land erreichte seine größte Ausdehnung als Nordatlantikmacht. Bergen entwickelte sich zur bedeutendsten Handelsstadt insbesondere durch den Export von Trockenfisch. Doch die Hanse nutzte den Getreidemangel für wirtschaftliche Vorteile. 1349 erreichte die Pest Norwegen über Bergen und forderte ein Drittel der Bevölkerung.
Kalmarer Union und dänische Herrschaft
1397 schloss sich Norwegen unter Königin Margarte der Kalmarer Union an, die bis 1523 bestand. Danach wurde Norwegen eine Provinz Dänemarks. 1536 setzte sich die Reformation durch. Im 17. Jahrhundert schächte die Hanse und Handel und Gewerbe blühten auf.
Unabhängigkeit und Verfassung
Am 17. Mai 1814 verabschiedete Norwegen eine neue Verfassung und wählte Christian Friedrich zum König. Der 17. Mai ist bis heute Nationalfeiertag. Nach einem kurzen Krieg mit Schweden kam es zur Personalunion, die bis 1905 bestand. In einer Volksbefragung sprach sich die Mehrheit für die Unabhängigkeit aus und König Oskar II. legte die Krone nieder. Norwegen wurde eine konstitutionelle Monarchie.
20. Jahrhundert
Norwegen blieb im Ersten Weltkrieg neutral, wurde jedoch 1940 von Deutschland besetzt. Trotz des Widerstands kapitulierte die Regierung und führte den Kampf aus dem Exil fort. Nach dem Krieg entwickelte sich Norwegen zu einer modernen Demokratie. Frauen erhielten bereits 1913das Wahlrecht. Heute basiert das Land auf der Verfassung von 1814, ist eine konstitutionelle Monarchie und gehört dank des EWR-Abkommens wirtschaftlich zu den stärksten Nationen Europas.