Die Samen, die indigene Bevölkerung Nordskandinaviens, leben in einer Region, mit extreme klimatischen Schwankungen. Nördlich des Polarkreises wechseln Licht Temperatur und Vegetation so abrupt, dass vier Jahreszeiten nahezu nicht ausreichen, um die Veränderungen zu beschreiben. Deshalb wird das Jahr in acht samische Jahreszeiten unterteilt, die den Rhythmus des Lebens und der Rentierwirtschaft bestimmen.
Winter (Dálvii)
Der Winter ist die längste und dunkelste Zeit des Jahres. Die Sonne verschwindet wochenlang hinter dem Horizont und die Landschaft liegt unter einer dicken Schneedecke. Die Temperaturen können bis unter -30°C fallen. In dieser Zeit bereitet sich die samische Bevölkerung vor. Das Leben spielt sich überwiegend in den Häusern bei Handarbeiten und Geschichten am Feuer ab.
Spätwinter (Gijrradálvvie)

Mit der Rückkehr der Sonne beginnt der Spätwinter. Die Tage werden länger, die Schneedecke bleibt jedoch bestehen. Diese Zeit ist ideal für Aktivitäten wie Skitouren und Hundeschlittenfahrten. Für die Sami ist es eine Phase des Übergangs: Die trächtigen Rentierkühe ziehen sich in die Berge zurück und die Menschen bereiten sich auf die bevorstehende Kalbungszeit vor.
Frühling (Gijrra)
Der Schnee schmilzt, die Flüsse sowie Seen fangen an zu tauen und die ersten Pflanzen sprießen. Die Rentierkälber erblicken in dieser Zeit an einem geschützten Ort das Licht. Für Sami ist dies eine arbeitsreiche Phase, in der die Herden überwacht werden müssen.
Frühsommer (Gijrragiessie)

Die Landschaft wird im Frühsommer immer grüner. Der Mittsommer ist ein Höhepunkt dieser Jahreszeit, welcher von traditionellen Festen begleitet wird. Die Sonne scheint rund um die Uhr und für die samische Bevölkerung bedeutet dies intensive Arbeit. Dazu kommt, dass die Herden in die höheren Lagen ziehen, damit die Kälber in Sicherheit heranwachsen können.
Sommer (Giessie)
Der Sommer ist kurz abe intensiv. Die Temperaturen steigen und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Die Sami verbringen diese Zeit oft im Hochgebirge, wo die Rentiere frische Weideflächen finden und sich ihre Fettreserven für die kalte Zeit anlegen können. Zudem kümmern sich die Sami nun um das Markieren der Kälber.
Spätsommer (Tjattjagiessie)

Die ersten Herbstfarben erscheinen und die Nächte werden wieder dunkler. Das Sammeln von Beeren und Pilzen steht jetzt im Mittelpunkt. Nachtfrost ist jetzt keine Seltenheit du somit beginnen die Sami, sich auf die Rückkehr von ihren Sommerweiden vorzubereiten.
Herbst (Tjakttja)
Die Temperaturen sinken und die Tage werden immer kürzer. Es ist die Zeit der Jagd und der Rückkehr aus dem Gebirge. Zudem legen die Sami jetzt Vorräte für den Winter an und bereiten ihre Rentiere vor. Die Landschaft zeigt sich in warmen Herbstfarben, bevor der Winter beginnt.
Frühwinter (Tjakttjadálvvie)

Der Übergang zum Winter ist spürbar: Der erste Schnee bedeckt den Boden und die Dunkelheit nimmt zu. Für die Sami beginnt die Vorbereitung auf die lange, kalte Jahreszeit. Werkezuge werden repariert und die Gemeinschaft rückt enger zusammen.