Denkmal Hans Christian Andersen im Königsgarten von Kopenhagen
Berühmte dänische Köpfe, interessante Personen, Erfinder und Musiker - wir wollen Ihnen hier die bekanntesten vorstellen. Für Anregungen sind wir dankbar.
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Herausragende Persönlichkeiten im dänischen Leben

Kurzbeschreibung

Hier haben wir eine Auswahl von Berühmtheiten des dänischen Lebens - aus dem Jetzt und dem Damals - zusammengetragen. Die meisten Herrschaften werden Ihnen bekannt sein. Aber wissen sie auch, welche kleine oder große Geschichte hinter Ihnen steht?.
Lesen Sie sich durch die Biografien und erfahren Sie mehr.

Kurzinfo

Berühmte dänische Köpfe, interessante Personen, Erfinder und Musiker - wir wollen Ihnen hier die bekanntesten vorstellen. Für Anregungen sind wir dankbar.
Die dänische Königsfamilie
Dänemark ist stolz auf seine Monarchie. Denn die dänische Königsfamilie hat im Gegensatz zur britischen kaum Skandale zu bieten und zeigt kein besonders verschwenderisches Leben. Die 1940 geborene Margrethe II ist seit 1972 Königin von Dänemark. Wegen ihr musste das Thronfolgegesetz geändert werden, um die weibliche Thronfolge zu ermöglichen. Sie hat jedoch kaum politische Macht, sondern ihre Funktionen beschränken sich hauptsächlich auf formelle und zeremonielle Anlässe. Mitspracherecht hat sie nur bei der Regierungsbildung. Berühmt ist Margrethes alljährliche Neujahrsansprache, die von einem Großteil der dänischen Bevölkerung mitverfolgt wird. Außerdem hat sich Margrethe als Kunstspezialistin einen Namen gemacht. Unter anderem wirkte sie als Textildesignerin an dem Film „Die Schneekönigin“ (2000) nach dem Märchen von Hans Christian Andersen mit und illustrierte die dänische Ausgabe von „Herr der Ringe“ (1977).
Margrethes Ehemann Prinz Henrik, der ursprünglich aus Frankreich stammt, genießt in Dänemark in letzter Zeit etwas weniger Ansehen als seine Frau. Oft wird sein schlechtes Dänisch kritisiert, doch auch sein Einsatz für die Prügelstrafe bei der Kindererziehung und die Verspottung der Frauenbewegung, die er für übertrieben hielt, brachten ihm nicht gerade viel Ansehen ein.
Margrethe und Henrik haben zwei Söhne. Der ältere ist Kronprinz Frederik, der mit der Australierin Mary Donaldson verheiratet ist. Vor seiner Ehe lebte Frederik lange Zeit ein ziemlich ausschweifendes Leben mit viel Alkohol und Frauen. Er hat jedoch ein abgeschlossenes Studium der Politikwissenschaften und stellt seine Sportlichkeit gern beim Marathonlauf unter Beweis. Das Paar hat heute vier Kinder, Christian, Isabella und die Zwillinge Josephine und Vincent. Der jüngere Sohn, Joachim, ist zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Söhne, Nikolai und Felix, mit seiner Exfrau Gräfin Alexandra von Frederiksborg. Jetzt ist er mit Prinzessin Marie verheiratet und hat mit ihr zwei weitere Kinder, Henrik und Athena.
Zur engeren Familie zählen noch Margethes Schwestern Benedikte, verheiratet mit Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, und Anne-Marie, verheiratet mit Exkönig Konstantin von Griechenland.
Herausragende Persönlichkeiten Dänemarks
Hans Christian Andersen (1805 – 1875)
Jeder kennt Hans Christian Andersen: Seine Märchen sind so berühmt, dass sie in ca. 144 Sprachen übersetzt wurden und überall auf der Welt gelesen werden. Der Autor scheint durch seine Märchen und zahlreiche Attraktionen in der fünischen Stadt Odense nachwievor lebendig zu sein, obwohl er im 19. Jahrhundert lebte. H.C. Andersen (die Abkürzung ist bei Dänen üblich) wurde in Odense geboren, wuchs dort in ärmlichen Verhältnissen auf und versuchte mit gerade einmal 14 Jahren sein Glück als Schauspieler am Königlichen Theater in Kopenhagen. Obwohl er scheiterte, fand er bei einflussreichen Personen Unterstützung und fing an Romane und Schauspiele zu schreiben. Auch seine Scherenschnitte sind heute bekannt, doch der richtige Durchbruch gelang ihm erst mit der Veröffentlichung der ersten Märchen in Deutschland. In Dänemark entwickelt man erst später Stolz auf den Märchenautor. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem Der standhafte Zinnsoldat, Das hässliche Entlein, Die kleine Meerjungfrau oder Des Kaisers neue Kleider. Andersens Märchen zählen zu den Kunstmärchen, im Gegensatz zu den Volksmärchen (zum Beispiel von den Gebrüdern Grimm) und sind nicht nur für Kinder lohnenswerte Literatur. Wer sich als Erwachsener in seine Märchen vertieft, wird daraus viel über Werte und Normen zu Andersens Zeit lernen und durch die tiefsinnigen Themen zum Nachdenken angeregt werden.
Die Stadt Odense bietet viele Möglichkeiten H.C. Andersen besser kennenzulernen. Im H.C. Andersen Hus befindet sich ein schönes Museum mit der Möglichkeit in seinen Märchen zu stöbern, diese anzuhören und Gegenstände des Dichters zu bestaunen. Zu besichtigen ist auch H.C. Andersens Barndomshjem, das Haus, in dem Andersen seine Kindheit verbracht hat. An der Touristeninformation bekommt man außerdem eine Karte für einen lohnenswerten Stadtrundgang in Andersens Fußspuren.
Niels Bohr (1885 – 1962)
Niels Bohr, der berühmte dänische Physiker, bekam im Jahr 1922 für seine wissenschaftlichen Entdeckungen den Nobelpreis für Physik verliehen. Mit nur 28 Jahren veröffentlichte Bohr seine neuen Erkenntnisse über Atome. Er verwarf die vorher geltende These, dass Atome die kleinsten unteilbaren Einheiten der Welt sind, sondern entdeckte, dass Atome aus Protonen in einem Atomkern bestehen, die von Elektronen umschwirrt werden. Wissenschaftliche Erfolge hatte Bohr auch in der Quantenmechanik, die er zusammen mit anderen Physikern begründete. Niels Bohr war zudem an der Entwicklung der Atombombe in den USA beteiligt, war sich den verheerenden Auswirkungen aber bewusst und versuchte die Präsidenten Roosevelt und Churchill darauf aufmerksam zu machen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch leider. In den Jahren nach dem Krieg arbeitete Bohr am Institut für Theoretische Physik in Kopenhagen, welches heute Niels-Bohr-Institut genannt wird.
Ernst Reuter (1889 – 1953)
Ernst Reuter war ein deutscher Politiker, der im dänischen Aabenraa geboren wurde und ein turbulentes Leben lebte. Er war Sohn eines Lehrers der königlichen preußischen Navigationsschule und studierte in Marburg. Als Mitglied der SPD kam er während des 1. Weltkrieges 1916 in russische Kriegsgefangenschaft und schloss sich dort den Bolschewiken an. Zurück in Deutschland war Reuter zunächst Mitglied der KPD in Berlin, doch schloss sich recht schnell wieder der SPD an.1931 wurde er Oberbürgermeister von Magdeburg und saß zwei Jahre im deutschen Reichstag. Während des Naziregimes kam er erneut in Gefangenschaft und musste in einem Konzentrationslager Torturen über sich ergehen lassen. 1935 gelang es Reuter ins türkische Exil zu flüchten, wo er als unpolitischer Ratgeber an der Universität von Ankara arbeitete. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland und zur SPD zurück und wurde 1947 zum Oberbürgermeister von Berlin gewählt. Während Stalins Blockade der Stadt 1948 spielte Reuter eine wichtige Rolle und wurde zum Freiheitssymbol für die Bevölkerung in Berlin, indem er die Westmächte dazu aufrief, Berlin nicht zu vergessen. Daraufhin begannen die Amerikaner Lebensmittel über Berlin abzuwerfen und so zur Versorgung der Bevölkerung beizutragen. Bis zu seinem Tod blieb Reuter Oberbürgermeister von Berlin und gilt bis heute als einer der wichtigsten Befürworter des Antikommunismus.
Søren Kierkegaard (1813 – 1855)
Søren Kierkegaard war ein dänischer Philosoph und Schriftsteller, dessen Werk auch außerhalb von Dänemark große Bedeutung erlangte. Er gilt heute als Begründer der Existenzphilosophie und der Dialektischen Theologie, der sich unter anderem von den philosophischen Größen Sokrates, Hegel und Kant beeinflussen ließ. Zeit seines Lebens hatte der schwermütige Denker jedoch Schwierigkeiten sich mit seinen Ideen und Schriften zu behaupten. Kierkegaards berühmtestes Werk, Enten – Eller (Entweder – Oder) erschien 1943, in dem er den Grundstein für seine Philosophie der Lebensstadien legte. Das religiöse Stadium war für Kierkegaard das höchste aller Stadien, während er die Mehrheit der Bevölkerung als ‚Spießbürger‘ titulierte. Bekannt ist außerdem Kierkegaards „Kirchenkampf“, in dem er sich mit der dänischen Staatskirche und sämtlichen Obrigkeiten anlegte, die das Christentum seiner Meinung nach falsch vermittelten und ausübten.
Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783 – 1872)
Der Einfluss des Schriftstellers und Pfarrers Grundtvig ist auch heute noch deutlich in Dänemark spürbar. Nicht nur war er der Begründer der Volkshochschulen, die Erwachsenen erstmals ermöglichten sich in verschiedensten Bereichen ohne Zwang weiterzubilden (die erste dieser Art wurde 1844 eröffnet), sondern auch in der Kirche ist Grundtvig heute kaum wegzudenken. Er verfasste über 400 Kirchenlieder, die auch heute noch zahlreich in Gottesdiensten gesungen werden. Berühmt ist auch sein Werk „Die Mythologie des Nordens „ (1808), das heidnische Mythen aus dem nordischen Raum enthält.
Asta Nielsen (1881 – 1972)
Asta Nielsen war einer der größten Stummfilmstars ihrer Zeit. Ihre Karriere begann zunächst als Schauspielerin beim Theater in Kopenhagen. Sie debütierte mit dem Film „Der Abgrund“ (1910), mit dem sie den Grundstein für das erotische Melodrama legte, und zeigte erstmals weniger theatralische Schauspielerei, die dem Medium Film angepasst war. Bereits Ende 2012 war sie die bestbezahlteste Schauspielerin der Welt. Bei dem Berliner Produzenten Paul Davidson verdiente sie sagenhafte 1500 Dollar pro Woche. Zu ihren bekanntesten Werken zählen heute „Hamlet“ (1920), „Fräulein Julie“ (1922) und der Tonfilm „Unmögliche Liebe“ (1932). Asta Nielsen zeichnete sich durch ihre Fähigkeit aus, in unterschiedlichste Rollen zu schlüpfen: Sie spielte den Backfisch, das Luder und die ältere Frau genauso wie den Mann, die Spanierin und die Eskimofrau.
Gitte Hænning (*29.06.1946)
Gitte Hænning ist eine dänische Sängerin, die insbesondere mit ihrem Schlagerhit „Ich will nen Cowboy als Mann“ (1963) auf den deutschen Hitlisten auf Platz 1 landete. Bereits mit 8 Jahren sang sie zusammen mit ihrem Vater Otto Hænning die dänische Version des deutschen Schlagers „Ich heirate Papi“ („Giftes med farmand“). 1958 bekam Gitte ihren ersten Plattenvertrag und produzierte während der 60er Jahre viele Schlagerhits, die die dänischen Hitlisten stürmten. Die Single „Ich will nen Cowboy als Mann“ (1963), mit der sie als 16-jähriges Mädchen die deutschen Schlagerfestspiele gewann, wurde in Deutschland ca. 800 000 Mal verkauft und machte sie zu einer populären und gefragten Künstlerin. Am Ende der 60er Jahre ließ sie sich endgültig in Deutschland nieder. Seit ca. einem halben Jahrhundert ist Gitte Hænning nun mit einigen Unterbrechungen erfolgreich im Musikgeschäft tätig. Neben der Schlagerkarriere, zeigt Gitte auch immer ihre Leidenschaft für die Jazzmusik, wie zum Beispiel das Lied It might as well be Spring (1961) in Zusammenarbeit mit Oscar Pettiford zeigt. Ihr musikalischer Werdegang wurde im Dokumentarfilm Ich will alles. Die Gitte Hænning Story (2006) aufgezeichnet.