Helsinki - eine liebenswerte Metropole
Helle Nächte im Sommer, faszinierendes Polarlicht im Winter - aber Finnland ist mehr.
Auf dieser Seite - und weitere werden folgen - geben wir Ihnen tiefer gehende Informationen über das andere Reiseland im Norden Europas. Anregungen nehmen wir gern entgegen.
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Länderinformationen Finnland

Kurzbeschreibung

Mit 338.000 qkm ist Finnland das siebtgrößte Land Europas. Im Westen grenzt es an Schweden und den Bottnischen Meerbusen, im Norden wird es von Norwegen umschlossen und im Osten teilt es sich eine 1.269 km lange Grenze mit Russland. Im Süden trennt der Finnische Meerbusen und die Ostsee das Land von Estland. Das „Land der 1000 Seen“ verfügt in Wirklichkeit über 187.888 Seen, die sich auf 1.160 km Länge und 540 km maximale Breite verteilen. Darüber hinaus ist Finnland mit seinen zahlreichen Binnenseeinseln und den Schären eines der inselreichsten Länder Europas. 10 % der Fläche sind von Wasser und annähernd 70% von Wald bedeckt. Etwa ein Drittel der Landesfläche liegt nördlich des Polarkreises. Hier schoben Gletscher nach der letzten Eiszeit aufgefaltete Berge zusammen, die heutigen Fjälls (tunturi) von Lappland. Das restliche  Finnland ist eher flach. Die anhaltende isostatische Landhebung sorgt noch heute dafür, daß sich Finnlands Westen pro Jahr um bis zu 8 mm aus der Ostsee erhebt.

Suomi, wie das Land auf Finnisch genannt wird, zählt ca. 5,4 Millionen Einwohner und gehört damit zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Ein Großteil der Bevölkerung kozentriert sich auf den Süden des Landes mit der Hauptstadt Helsinki.  Finnisch und Schwedisch sind offizielle Landessprachen, wobei gut 92% der Bevölkerung finnisch- und nur knapp 6% schwedischsprachig sind. Samisch wird nur noch von einer sehr kleinen Bevölkerungsgruppe (ca. 1.700) im Norden des Landes gesprochen.

Kurzinfo

Helle Nächte im Sommer, faszinierendes Polarlicht im Winter - aber Finnland ist mehr.
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Finnland - eingebettet zwischen Schweden, Russland und Norwegen

Geschichte
Woher die Finnen nun eigentlich stammen, darum streiten sich die Historiker noch heute. Man geht davon aus, dass sich Volksstämme aus der Arktis, dem sibirischen, baltischen und germanischen Raum im Lauf von Jahrtausenden auf dem Gebiet des heutigen Finnlands ansiedelten. Aus dieser frühen Zeit gibt es wenig Zeugnisse. Erst im 18. und 19. Jahrhundert wurden die mündlichen Überlieferungen im Kalevala, dem finnischen Nationalepos, aufgezeichnet.
Besser bekannt ist die ereignisreiche, gut 850 Jahre anahaltende Phase, in der Finnland abwechselnd den Begehrlichkeiten der Schweden im Westen und der Russen im Osten zum Opfer fiel. Mal war das Land Großherzogtum von Schweden, dann wieder, nach dem Finnischen Krieg 1808, autonomes Großfürstentum Russlands.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten die Finnen ein starkes nationales Selbstbewusstsein und begannen sich gegen die zunehmende russische Unterdrückung zur Wehr zu setzen. 1906 erhielt Finnland ein Einkammerparlament, und die finnischen Frauen waren die ersten Europäerinnen, denen das allgemeine Wahlrecht zugestanden wurde. Doch erst 1917, nach der russischen Oktoberrevolution, proklamierte Finnland am 6. Dezember seine Unabhängigkeit.
Nach einem schweren Start, der seinen traurigen Höhepunkt 1918 im finnischen Bürgerkrieg hatte und über 20.000 Menschen das Leben kostete, wurde 1919 endlich die demokratische Verfassung der jungen Republik Finnland bestätigt.
Mit Beginn des zweiten Weltkriegs änderte sich die Lage Finnlands dramatisch. Im November 1939 überfiel die Sowjetunion Finnland, und der Winterkrieg begann. Finnland schlug sich nun zunächst auf die Seite Deutschlands, um das verlorene Gebiet Karelien von der Sowjetunion zurückzuerobern. Im Friedensvertrag 1944 musste Finnland Karelien jedoch endgültig abtreten und 400.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Zudem musste Finnland nun gegen seinen ehemaligen Verbündeten Deutschland vorgehen, dessen Truppen sich im Norden Finnlands befanden (siehe auch Spezielle Themen).
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das neutrale Finnland einen wichtigen Spagat zwischen Ost und West meistern. Mit der Sowjetunion wurde 1948 der „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Beistand“ abgeschlossen. Parallel entwickelten sich gute Beziehungen zu den skandinavischen Nachbarländern, und Finnland wurde 1955 Mitglied des Nordischen Rats sowie der Vereinten Nationen. 1995 schließlich trat Finnland der Europäischen Union bei und führte 2002 den EURO als Zahlungsmittel ein.

Die Rolle der Frau
Finnland ist nicht nur das erste europäische Land in dem den Frauen 1906 das allgemeine Wahlrecht zugestanden wurde, es belegt auch noch 2013 den stolzen zweiten Platz im Global Gender Gap Report, in dem weltweit die Gleichstellung von Mann und Frau gemessen wird. Finnische Frauen verfügen über ein sehr hohes Bildungsniveau und spielen eine bedeutende Rolle in Politik und Wirtschaft. Von 2000-2012 war Tarja Halonen Präsidentin der Republik Finnland.

Staatsform
Finnland ist eine Parlamentarische Republik. Die politische Landschaft wird im Wesentlichen von vier Parteien geprägt: der Nationalen Koalitionspartei, den Sozialdemokraten, dem ländlich orientierten Zentrum und den Basisfinnen. Alle vier Jahre finden Parlamentswahlen statt. Darüber hinaus wählt das Volk unmittelbar alle sechs Jahre das Staatsoberhaupt, den Präsidenten der Republik Finnland. Dieser darf maximal zwei Legislaturperioden, also zwölf Jahre, im Amt bleiben bevor ein anderer Kandidat aufgestellt werden muss. Seit 2012 ist Sauli Niinistö Finnlands Staatspräsident.

Demographische Struktur
Mit rund 15,5 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Finnland sehr dünn besiedelt. Da etwa 40% der Bevölkerung in Südfinnland und den dortigen Ballungsräumen leben, ist die nördliche Provinz Lappland mit 1,9 Einwohnern pro Quadratkilometer fast menschenleer. Besonders junge Menschen ziehen zur Ausbildung und Arbeit in die Städte, so dass einige ländliche Gemeinden speziell in Ostfinnland unter Bevölkerungsschwund und Überalterung leiden.
Die Altersstruktur der Bevölkerung Finnlands zeigt eine Spitze in den geburtenstarken Jahrgängen 1946-49. Somit altert Finnland früher als die meisten OECD-Staaten und musste rechtzeitig gegensteuern, um die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer zu erhalten. Schon frühzeitig wurde eine entsprechendes nationales Programm ins Leben gerufen, das 2006 mit dem deutschen Carl Bertelsmann-Preis ausgezeichnet wurde.
2011 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Finnland 79,27 Jahre, die Geburtenrate liegt bei 1,74 Kindern pro Frau und damit über dem europäischen Durchschnitt.
Der Ausländeranteil in Finnland ist aufgrund einer restriktiven Einwanderungspolitik mit rund 4% recht gering. Jährlich wandern knapp 20.000 Menschen zu, während gleichzeitig 10.000-15.000 Menschen das Land verlassen.

Das finnische Gesundheitssystem
Finnland verfügt über ein öffentliches Gesundheitssystem mit einer einheitlichen, für alle Einwohner verpflichtenden Krankenversicherung. Medizinische Leistungen werden überwiegend von kommunalen Einrichtungen angeboten. Die ambulante Versorgung erfolgt in Gesundheitszentren (terveyskeskus), die je nach geographischer Lage und Einwohnerdichte recht unterschiedlich ausgestattet sein können.
In Finnland zahlen die Versicherten einen kleinen Beitrag, ähnlich der Praxisgebühr, pro Arztbesuch. Die Beträge variieren je nach Gemeinde und liegen in Helsinki bei 13,80 Euro. Sie steigen bei Konsultationen am Abend bzw. am Wochenende und bei einem Krankenhausaufenthalt.  Die Höchstgrenze liegt bei 679 Euro pro Jahr (Preise Stand 2014).
Finanziert werden die Leistungen der Gesundheitszentren im Wesentlichen über Steuergelder. Kranken- und Mutterschaftsgeld dagegen werden über Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge abgedeckt. Der Beitrag der Arbeitnehmer liegt bei 2,1% des Bruttoverdienstes, der des Arbeitgebers bei 2,06%. Eine Beitragsbemessungsgrenze wie in Deutschland gibt es nicht.
Arbeitgeber in Finnland sind verpflichtet, eine betriebliche Gesundheitsfürsorge für ihre Mitarbeiter anzubieten. Diese hat einen präventiven Auftrag und wird zum Teil aus den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen finanziert, zum Teil vom Unternehmen getragen.
Durch die stärkere finanzielle Beteiligung der Kranken an der Behandlung und der gleichzeitigen Förderung präventiver Maßnahmen konnte Finnland im Vergleich zu vielen anderen EU-Ländern die staatlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen relativ stabil halten.
Für Reisende aus Deutschland gilt das deutsch-finnische Sozialversicherungsabkommen. Es gewährleistet die Versorgung in Gesundheitszentren, Krankenhäusern und Polikliniken. Zur Abrechnung der Leistungen muß die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder eine Ersatzbescheinigung vorgelegt werden, die sie beide von Ihrer Krankenkasse erhalten. Alle Behandlungen, egal ob öffentlich oder privat, müssen zunächst vom Patienten vorfinanziert werden und zurück in Deutschland der Krankenkasse vorgelegt werden. Möglicherweise variieren die Behandlungskosten zwischen Deutschland und Finnland, so daß sich bei der Erstattung Differenzen ergeben können. Gegebenenfalls lohnt sich der Abschluß einer Auslandskrankenversicherung, die auch im Falle eines Rücktransports aus entlegenen Gebieten von Vorteil sein kann.
Aktuelle Informationen des Auswärtigen Amts

Das finnische Bildungssystem
Spätestens seit dem hervorragenden Abschneiden der finnischen Schüler bei der PISA-Studie im Jahr 2000 war das internationale Interesse am finnischen Bildungssystem geweckt. Aber was ist so anders am finnischen Schulsystem, daß die Schüler im internationalen Vergleich Spitzenplätze belegen und Lehrer aus aller Herren Länder nach Finnland reisen, um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen?
In Finnland besuchen alle Schüler neun Jahre lang eine Gemeinschaftsschule, so daß unabhängig von sozialer Herkunft gleiche Bildungschancen für alle gewährleistet sind. Landesweit gibt es einen zentral festgelegten Lehrplan, der von den einzelnen Schulen noch zusätzlich ergänzt wird. Jeder Schüler erlernt mindestens zwei Fremdsprachen (Schwedisch bzw. Finnisch und Englisch). Mehr als 50% der Schüler wechseln nach der Gemeinschaftsschule auf die gymnasiale Oberstufe.
Der Beruf des Lehrers genießt in Finnland ein sehr hohes Ansehen. Um ein entsprechenden Studienplatz zu ergattern, muß zunächst eine Eignungsprüfung absolviert werden. Neben den Lehrern betreuen auch Sonderpädagogen, Schulkuratoren, Lehrer für Legastheniker, Schulassistenten und Schülertutoren aus den oberen Klassen die Lernenden.
Bildung gehört in Finnland zu den Grundrechten jedes Bürgers. Das Land verfügt über ein flächendeckendes Netz an stark frequentierten Bibliotheken und zeichnet sich durch einen  hohen Konsum an Tageszeitungen aus.

August 2014 © nordic holidays (kas)